Selbst bauen oder bauen lassen in vier Punkten

Selbst bauen
Ein Baukasten liefert schnell einen Entwurf: Im Test der Stiftung Warentest (2024) stand mit allen 16 Baukästen in unter einer Stunde eine erste Version, aber nur mit gut vorbereiteten Inhalten.
Erstellen lassen
Ein Freelancer oder Studio übernimmt Aufbau, Technik und Prüfung. Du lieferst Inhalte und Freigaben, der Umfang wird vor dem Start festgelegt.
Pflichten bleiben gleich
Impressum nach § 5 DDG und, sobald personenbezogene Daten erhoben werden, Datenschutzhinweise nach Art. 13 DSGVO gelten unabhängig davon, wer baut. Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum kann eine Ordnungswidrigkeit sein (§ 33 DDG).
Eigentum
Die Domain gehört auf den Betrieb eingetragen, nicht auf Dienstleister oder Mitarbeiter. Am Beispiel Wix: Die Seite läuft nur auf den Wix-Servern, die Inhalte, die du dort erstellst, gehören laut Wix dir.

Selbst erstellen oder erstellen lassen: worauf kommt es an?

Die Frage klingt nach Geld, entschieden wird sie aber meist über vier andere Dinge: deine Zeit, deine Fähigkeiten, das Ziel der Seite und das Risiko, das du selbst tragen willst. Eine Visitenkarte im Netz, die Öffnungszeiten und Telefonnummer zeigt, stellt andere Anforderungen als eine Seite, über die regelmäßig Anfragen kommen sollen.

Selbst bauen heißt in der Praxis: Du wählst einen Baukasten oder ein KI-Werkzeug, schreibst die Texte, suchst Bilder aus, richtest Impressum und Datenschutzhinweise ein und hältst alles aktuell. Erstellen lassen heißt: Ein Freelancer oder ein Studio übernimmt Aufbau, Technik und Prüfung, du lieferst Inhalte und Freigaben. Bei einer individuell gebauten Website lassen sich Struktur, Ladezeit und Auffindbarkeit von Anfang an mitplanen.

Was die Wege in Euro kosten, steht im Ratgeber Was kostet eine Website?. Hier geht es um die Entscheidung davor. Drei Fragen helfen beim Sortieren:

FrageSpricht für selbst erstellenSpricht für erstellen lassen
Was soll die Seite leisten?Erreichbarkeit zeigen, Kontaktdaten nennenAnfragen bringen, gefunden werden, mitwachsen
Wer hat die Zeit?du, regelmäßig und ohne Druckniemand im Betrieb, ohne dass Aufträge liegen bleiben
Wer trägt die Technik?die Plattform, nach ihren Regelnder Dienstleister, nach deinen Zielen

Keine dieser Antworten ist falsch. Problematisch wird es erst, wenn das Ziel und der gewählte Weg nicht zusammenpassen.

Was kann ein Baukasten heute, und wo endet er?

Ein Baukasten liefert schnell ein Ergebnis. Die Stiftung Warentest hat 16 Homepage-Baukästen getestet (veröffentlicht im Januar 2024, test 2/2024) und mit allen in weniger als einer Stunde zumindest eine erste Version erstellt. Die Einschränkung stand gleich dabei: Das klappt nur mit gut vorbereiteten Inhalten. Fünf der 16 Systeme setzten schon damals KI ein. Den Basisschutz beim Datenschutz bewerteten die Tester bei zehn Anbietern nur mit befriedigend oder ausreichend, und einen eigenen Domainnamen gab es nur in kostenpflichtigen Tarifen.

Die Grenze liegt weniger beim Aussehen als bei der Bindung. Am Beispiel Wix: Laut dem Hilfeartikel zum Export muss eine Wix-Website auf den Servern von Wix laufen, externes Hosting unterstützt die Plattform nicht. Die Inhalte, die du dort erstellst, gehören laut Wix ausdrücklich dir. Die Website als Ganzes kannst du aber nicht zu einem anderen Hoster mitnehmen. Wer später wechselt, muss die Seite deshalb beim neuen Anbieter neu aufbauen. Wie andere Baukästen das regeln, steht in deren Hilfeseiten. Ein Blick dort vor dem Start zeigt, ob und wie ein späterer Umzug möglich ist.

Die Domain lässt sich dagegen getrennt halten. Auch bei Wix kannst du sie bei einem anderen Anbieter registrieren und mit der Seite verbinden, dafür ist ein kostenpflichtiges Premiumpaket nötig. Wichtig ist, dass dein Betrieb als Inhaber eingetragen ist. Warum das den Unterschied macht, steht im Ratgeber Wem gehört meine Website und Domain?.

Für eine einfache Präsenz mit wenigen Seiten kann ein Baukasten ausreichen. Sobald die Seite stark wachsen, eigene Funktionen bekommen oder später woanders weiterlaufen soll, spürst du die Grenzen der Plattform.

Kann ich meine Website mit KI selbst bauen?

Ja, als Entwurf. KI-Baukästen und Chat-Assistenten erzeugen Texte, Seitenstruktur und sogar Code in kurzer Zeit. Ein Verbot nennt Google nicht: Wer KI-generierte Inhalte verwendet, muss laut Leitfaden die Grundlagen der Google Suche und die Spamrichtlinien einhalten. Im Leitfaden zu KI-generierten Inhalten (Google Search Central, aktualisiert am 7. Oktober 2026) heißt es, generative KI könne besonders nützlich sein, um zu recherchieren und Originalinhalten Struktur zu geben.

Derselbe Leitfaden nennt zwei Grenzen. Erstens: Wer mit KI viele Seiten erzeugt, die Nutzern keinen Mehrwert bieten, kann gegen die Spamrichtlinie zu in großem Umfang generierten Inhalten verstoßen. Massenhaft erzeugte Texte ohne Mehrwert sind also kein Abkürzungsweg zu Sichtbarkeit. Zweitens: KI-Ausgaben können Fehler enthalten, die sogenannten Halluzinationen. Google rät, alle KI-Inhalte vor der Veröffentlichung manuell auf Richtigkeit zu prüfen. Das gilt ausdrücklich auch für Seitentitel, Meta-Beschreibungen, strukturierte Daten und Alternativtexte von Bildern, also auch für Angaben, die in den Suchergebnissen erscheinen können.

Für die Orientierung heißt das: KI spart Tipparbeit, aber nicht die fachliche Prüfung. Ob ein Leistungsversprechen stimmt, ob eine Preisangabe aktuell ist und ob der Text zu deinem Betrieb passt, kann nur jemand beurteilen, der den Betrieb kennt. Die Verantwortung für den Inhalt bleibt bei dir als Betreiber, gleich mit welchem Werkzeug er entstanden ist.

Hinzu kommt die Technik unter der Oberfläche. Wie gut Google und KI-Suchen eine Seite erfassen, hängt auch an ihrer technischen Basis, also Struktur und Code, nicht nur am Text. Darum geht es bei der Sichtbarkeit in Google und KI-Suchen.

Was kommt beim Selbermachen an Zeit, Pflege und Pflichten dazu?

Beim Baukasten sieht man zuerst das Abo. Der größere Posten sind die Stunden, die du statt im Betrieb am Bildschirm verbringst. Texte schreiben, Fotos auswählen, die Seite auf dem Handy prüfen, Rechtstexte einrichten und später alles aktuell halten. Dazu kommt die Pflege: Sie endet nicht, wenn die Seite online ist. Wovon die Dauer eines beauftragten Projekts abhängt, erklärt der Ratgeber zur Dauer einer Website-Erstellung.

Beim Abo lohnt ein Blick auf die Kündigung. Am Beispiel Wix, laut dem Hilfeartikel „Ein Premium- oder Studio-Premiumpaket von Wix kündigen“ (Stand Oktober 2026): Pakete verlängern sich automatisch. Wer kündigt, behält zwar die Inhalte, nach Ende der bezahlten Laufzeit fällt die Seite aber auf eine kostenlose wixsite.com-Adresse mit Wix-Werbung zurück. Eine über Wix gekaufte Domain oder E-Mail-Adresse muss separat gekündigt werden.

Was sich nicht ändert, sind die Pflichten. Die folgenden Hinweise sind Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Für eine geschäftsmäßige Website, wie sie Betriebe in der Regel betreiben, verlangt § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG) ein Impressum, egal ob du sie selbst baust oder bauen lässt. Impressumstexte, die noch § 5 TMG nennen, sind seit Mai 2024 veraltet. Name und Anschrift, Angaben zur schnellen elektronischen Kontaktaufnahme einschließlich E-Mail-Adresse und je nach Rechtsform und Tätigkeit weitere Angaben (etwa Registereintrag, Aufsichtsbehörde, USt-IdNr.) müssen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein. Fehlen Angaben oder sind sie falsch oder unvollständig, kann das eine Ordnungswidrigkeit sein (§ 33 DDG).

Sobald die Seite personenbezogene Daten erhebt, kommen die Informationspflichten aus Art. 13 DSGVO dazu. Ein Kontaktformular ist dafür nur ein Beispiel. Ob das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz greift, hängt vom Angebot und von der Größe des Betriebs ab, nicht davon, wer baut. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen, sind ausgenommen. Das ist im Einzelfall zu klären. Wann welche Pflicht greift, ordnet der Ratgeber zur DSGVO-konformen Website ein.

Woran merke ich, dass ich Hilfe brauche?

Es gibt keinen festen Punkt, ab dem Selbermachen falsch wird. Es gibt aber typische Anzeichen:

  • Die Seite ist online, aber es kommen keine Anfragen darüber. Mögliche Ursachen sammelt der Ratgeber Warum bringt meine Website keine Anfragen?.
  • Du schiebst Aktualisierungen seit Monaten vor dir her, weil im Tagesgeschäft keine Zeit dafür bleibt.
  • Du bist dir bei Impressum, Datenschutzhinweisen oder eingebundenen Diensten nicht sicher, ob alles stimmt.
  • Die Seite sieht am Rechner ordentlich aus, ist auf dem Handy aber umständlich zu bedienen.
  • Du brauchst Funktionen, die der Baukasten nur über Zusatzpakete oder gar nicht bietet.
  • Kunden finden dich bei Google nicht, wenn sie nach deiner Leistung und deinem Ort suchen.

Arbeitest du vor allem in deiner Region, sollte die Seite Leistung, Einzugsgebiet und Kontaktweg ohne Umwege zeigen. Wie das im Handwerk aussehen kann, zeigt die Seite zur Website für Handwerksbetriebe.

Trifft einer dieser Punkte zu, heißt das nicht, dass der Baukasten ein Fehler war. Er hat seinen Zweck als Einstieg erfüllt, und die Seite ist inzwischen an den Punkt gekommen, an dem sie mehr leisten soll, als der Baukasten hergibt.

Worauf achte ich, wenn ich erstellen lasse?

Wenn du beauftragst, entscheidet weniger das Angebot auf dem Papier als die Regelung im Detail. Vier Punkte solltest du vor dem Start schriftlich klären.

Erstens das Eigentum. Die DENIC, die zentrale Registrierungsstelle für .de-Domains, empfiehlt in einem Blogbeitrag vom 26. Juli 2024, dem Dienstleister klare schriftliche Weisungen zu geben, wer als Domaininhaber eingetragen wird, und das umgehend zu prüfen. Eingetragen sein sollte dein Betrieb, bei einem Einzelunternehmen du als Inhaber, nicht die Agentur und nicht ein einzelner Mitarbeiter. Unabhängig davon solltest du auch die Zugänge zu Hosting, Code und Inhalten auf deinen Betrieb laufen lassen.

Zweitens Umfang und Preis. Ein Festpreis vor Start mit klar beschriebenem Umfang schützt vor Nachforderungen. Bei aqlis liegen Websites im Orientierungsband von 2.900 bis 9.400 €, den genauen Festpreis bekommst du vor dem Start.

Drittens Zeitplan und Zuständigkeiten. Wer liefert Texte und Fotos, wer gibt frei, bis wann? Eine kompakte Website steht in der Regel in wenigen Wochen, das Tempo hängt aber stark davon ab, wie schnell Inhalte und Freigaben kommen.

Viertens die Zeit nach dem Launch. Kläre, wer Updates, Sicherungen und Änderungen übernimmt und wer dann dein Ansprechpartner ist. Was zur Pflege gehört, erklärt der Ratgeber zur Website-Wartung.

aqlis arbeitet im Großraum Stuttgart, vor Ort oder remote. Zum Einzugsgebiet gehören zum Beispiel Stuttgart und Leonberg.

Am Ende gilt: Zu wissen, worauf es ankommt, ist die eine Hälfte. Die andere ist eine Seite, die technisch sauber umgesetzt ist, Impressum und Datenschutzhinweise ordentlich eingerichtet hat und zu deinem Betrieb passt. Das setzt aqlis mit einer Website zum Festpreis vor Start um. Eine anwaltliche Endprüfung der Rechtstexte bleibt empfehlenswert. Am Ende gehören dir Code, Domain und Daten, mit Zugang zu allem.

Häufige Fragen

Reicht ein Baukasten für einen kleinen Betrieb?

Für eine einfache Präsenz mit Leistungen, Kontaktdaten und Öffnungszeiten oft ja. Die Stiftung Warentest kam in ihrem Test von 2024 mit allen 16 Baukästen in unter einer Stunde zu einem ersten Entwurf, sofern die Inhalte vorbereitet waren. Den Datenschutz-Basisschutz bewertete sie bei zehn Anbietern nur mit befriedigend oder ausreichend. Soll die Seite Anfragen bringen, eigene Funktionen bekommen oder später umziehen können, stößt ein Baukasten an Grenzen.

Kann ich mit ChatGPT oder einem KI-Baukasten eine brauchbare Website bauen?

Als Entwurf ja. Google nennt kein Verbot von KI-Inhalten, verlangt aber, dass sie die Grundlagen der Google Suche und die Spamrichtlinien einhalten, und rät, alle KI-Ausgaben vor der Veröffentlichung manuell auf Richtigkeit zu prüfen, einschließlich Seitentitel, Meta-Beschreibung, strukturierter Daten und Alternativtexte. Die fachliche Prüfung und die Verantwortung für den Inhalt bleiben beim Betreiber.

Kann ich später von einem Baukasten auf eine gebaute Seite umziehen?

Ja. Am Beispiel Wix geht das nur als Neuaufbau: Eine Wix-Website muss auf den Servern von Wix laufen, externes Hosting unterstützt die Plattform nicht. Die Inhalte, die du dort erstellst, gehören laut Wix dir. Ist dein Betrieb als Domaininhaber eingetragen, kannst du die Domain mit der neuen Seite verbinden.

Bin ich beim Baukasten an ein Abo gebunden?

Für eine eigene Domain brauchst du in der Regel einen kostenpflichtigen Tarif: Im Test der Stiftung Warentest (2024) gab es sie nur in kostenpflichtigen Angeboten. Bei Wix etwa ist das ein Paket, das sich automatisch verlängert. Prüfe vor dem Start, was nach einer Kündigung mit Seite und Adresse passiert und ob Domain und E-Mail getrennt abgerechnet werden. Bei Wix zum Beispiel fällt die Seite nach Ende der bezahlten Laufzeit auf eine wixsite.com-Adresse mit Wix-Werbung zurück.

Wann reicht ein Social-Media-Profil allein?

Solange Kunden dich ohnehin über die Plattform finden und dort Kontakt aufnehmen, kann ein Profil für den Anfang genügen. Sollen Leistungen, Ablauf und Kontaktweg ausführlich und unabhängig von den Regeln einer Plattform stehen, spricht das für eine eigene Website. Eine eigene Website ist auch neben Social Media der Normalfall: Laut Eurostat hatten 2025 rund 79 Prozent der Unternehmen in der EU eine Website, rund 64 Prozent nutzten soziale Medien. Erfasst sind Unternehmen ab zehn Beschäftigten aus bestimmten Wirtschaftszweigen (ohne Finanzsektor), als EU-Wert ohne eigene Zahl für Deutschland.

Quellen (zuletzt geprüft am 8. Oktober 2026): § 5 DDG – Allgemeine Informationspflichten (Digitale-Dienste-Gesetz) (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz / Bundesamt für Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen Oktober 2026); Deine Website von Wix exportieren oder an anderer Stelle einbetten (Wix.com (Hilfe-Center), abgerufen Oktober 2026); Leitfaden der Google Suche zur Verwendung von KI-generierten Inhalten auf deiner Website (Google Search Central, 7. Oktober 2026).

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