Website-Wartung in fünf Punkten

Technik
Updates für System, Plugins und Server-Software. Offiziell unterstützt wird nur die jeweils neueste WordPress-Version, Plugins sollten laut Handbuch immer aktuell sein.
Sicherungen
Regelmäßige Kopien der ganzen Website samt Datenbank, an einem vertrauenswürdigen Ort. Wert haben sie erst, wenn die Wiederherstellung getestet ist.
Rechtstexte und Inhalte
Impressumsangaben müssen nach § 5 DDG ständig verfügbar sein und bei Änderungen nachgezogen werden. Dazu kommen Datenschutzerklärung, Öffnungszeiten, Leistungen und Ansprechpartner.
Kontrolle
Ein regelmäßiger Blick, ob die Seite lädt und Formulare ankommen. Das BSI rät außerdem, Zuständige festzulegen und zu regeln, wie man von neuen Sicherheitslücken erfährt.
Kostentreiber
Das System, die Zahl der Plugins und Anbindungen, der Änderungsumfang und ob jemand regelmäßig kontrolliert. Eine Pauschalzahl ohne Umfang sagt wenig.

Was gehört zur Website-Wartung?

Website-Wartung ist alles, was nach dem Launch passieren muss, damit die Seite sicher, erreichbar und richtig bleibt. Gemeint ist kein einzelner Handgriff, sondern vier Bereiche, die zusammengehören.

Der erste ist die Technik: Updates für das System, für Erweiterungen und für die Server-Software darunter. Der zweite sind Sicherungen, also regelmäßige Kopien der ganzen Website, aus denen sie sich nach einem Fehler oder Angriff wiederherstellen lässt. Der dritte sind Rechtstexte und Inhalte: Impressum und Datenschutzerklärung, Öffnungszeiten, Leistungen, Ansprechpartner. Der vierte ist die Kontrolle: ein regelmäßiger Blick darauf, ob die Seite lädt, ob Formulare ankommen und ob sich Fehler eingeschlichen haben.

Wie viel davon anfällt, hängt stark davon ab, wie die Seite gebaut ist. Eine Website auf einem Content-Management-System mit vielen Plugins braucht mehr Pflege als eine schlank gebaute Seite mit wenigen beweglichen Teilen. Diese Entscheidung fällt schon bei Webdesign und Entwicklung und bestimmt den Wartungsaufwand über Jahre.

Das BSI empfiehlt in seinem IT-Grundschutz-Baustein zu Webservern, für den technischen Betrieb und für die Webinhalte jeweils Zuständige festzulegen. Für einen kleinen Betrieb heißt das übersetzt: Es sollte klar sein, wer Updates einspielt, wer die Sicherungen prüft und wer merkt, wenn die Öffnungszeiten nicht mehr stimmen. Oft ist das dieselbe Person, aber es sollte jemand sein.

Ist Wartung wirklich nötig?

Für die meisten Websites: ja. Der Grund ist weniger, dass Software von selbst kaputtgeht, sondern dass Sicherheitslücken öffentlich werden. Das WordPress-Handbuch zur Absicherung beschreibt den Mechanismus nüchtern: Wird in WordPress eine Lücke entdeckt und mit einer neuen Version geschlossen, sind die Informationen zum Ausnutzen fast sicher öffentlich zugänglich. Alte Versionen werden dadurch leichter angreifbar. Wer nicht aktualisiert, lässt also eine Tür offen, deren Lage inzwischen bekannt ist.

Welche Folgen das haben kann, beschreibt das BSI im Baustein Webserver: Verschaffen sich Angreifer Administratorrechte, können sie eine manipulierte Seite ausliefern, was dem Ruf schadet. Ist die Website nicht erreichbar, können potenzielle Kunden zu Mitbewerbern wechseln. Falsche Angaben, etwa fehlerhafte Produktbeschreibungen, schaden ebenfalls dem Ruf. Und wer Inhalte veröffentlicht, die gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen, kann abgemahnt werden. Das Kompendium richtet sich an Institutionen und ist kein Gesetz, die beschriebenen Risiken können die Website eines kleinen Betriebs aber ebenso treffen.

Dazu kommt das Datenschutzrecht. Sobald deine Seite personenbezogene Daten verarbeitet, etwa über ein Kontaktformular, verlangt Art. 32 DSGVO angemessene technische und organisatorische Schutzmaßnahmen unter Berücksichtigung des Stands der Technik. Als mögliche Maßnahmen nennt der Artikel unter anderem die Fähigkeit, personenbezogene Daten nach einem physischen oder technischen Zwischenfall rasch wiederherzustellen, und ein Verfahren, um die Wirksamkeit der Maßnahmen regelmäßig zu überprüfen. Datensicherheit ist also auch rechtlich nichts, das man einmal einrichtet und dann vergisst. Das ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Mehr zu den rechtlichen Pflichten steht im Ratgeber DSGVO-konforme Website.

Warum braucht WordPress mehr Pflege als eine statische Seite?

WordPress ist verbreitet und gut dokumentiert, besteht aber aus mehreren Schichten, die alle altern: dem Kern, dem Theme, den Plugins und der Programmiersprache PHP auf dem Server. Jede Schicht bekommt eigene Updates, und jede kann eine Lücke haben.

Für den Kern ist das WordPress-Handbuch deutlich: Ältere Versionen werden nicht mit Sicherheitsupdates gepflegt. Auf seiner Seite zur Sicherheit präzisiert WordPress.org, dass offiziell nur die jeweils neueste Version unterstützt wird. Ältere Versionen erhalten Sicherheitskorrekturen allenfalls aus Kulanz, ein Anspruch darauf besteht nicht. Seit Version 3.7 kann WordPress Updates automatisch einspielen, was die Pflege erleichtert. Die Plugins nimmt das aber nicht aus der Verantwortung: Das Handbuch rät, sie immer aktuell zu halten und ungenutzte zu löschen. Jedes zusätzliche Plugin ist ein weiterer Posten, der beobachtet werden muss.

Auch die Schicht darunter hat ein Ablaufdatum. Die PHP Group pflegt jede Version zwei Jahre vollständig und zwei weitere Jahre nur noch mit Korrekturen für kritische Sicherheitslücken, danach ist Schluss. Wer seine Seite nie anfasst, läuft irgendwann auf einer Version ohne Unterstützung.

Eine schlank gebaute Seite, die weitgehend als fertiges HTML ausgeliefert wird, hat weniger dieser Schichten. Wartungsfrei ist sie nicht, auch dort werden Abhängigkeiten und Server aktuell gehalten. Der Aufwand sinkt aber, weil weniger bewegliche Teile im Spiel sind.

Was kostet Website-Wartung, und wovon hängt der Preis ab?

Eine seriöse Pauschalzahl gibt es nicht, und Preislisten im Netz sagen wenig, solange nicht klar ist, was sie enthalten. Ein Paket, das nur Updates einspielt, ist etwas anderes als eines, das Sicherungen prüft, Inhalte ändert und die Sichtbarkeit auswertet. Ein Betrag ohne festgelegten Umfang ist deshalb keine belastbare Zahl. Vergleichen lassen sich Angebote erst, wenn der Umfang auf dem Tisch liegt.

Den Preis treiben vor allem vier Dinge. Erstens das System: Ein CMS mit Datenbank, Theme und Plugin-Sammlung braucht mehr Aufmerksamkeit als eine schlanke Seite. Zweitens die Zahl der Erweiterungen, denn jedes Plugin und jede Anbindung an Buchungs- oder Kalenderdienste ist ein eigener Prüfposten. Drittens der Änderungsumfang: ob nur die Technik gepflegt wird oder ob regelmäßig neue Texte, Bilder und Leistungen dazukommen. Viertens die Kontrolle: ob jemand Tempo, tote Links und Auffindbarkeit beobachtet oder nur reagiert, wenn etwas kaputt ist.

Daneben gibt es Posten, die mit Wartung nichts zu tun haben und trotzdem jedes Jahr anfallen: Domain und Hosting. Was sie ungefähr kosten und welche laufenden Kosten eine Website insgesamt hat, steht mit Beträgen im Ratgeber Was kostet eine Website?.

Ein Punkt wird beim Kostenvergleich oft übersehen: Die günstigste Wartung ist die, die gar nicht erst nötig wird. Wer beim Bau auf wenige, gut gepflegte Bausteine setzt, zahlt später weniger für deren Pflege. Bei aqlis ist die Betreuung optional.

Wie oft sollten Inhalte aktualisiert werden?

Einen festen Rhythmus gibt es nicht, auch Googles Leitfaden zu hilfreichen Inhalten nennt keinen. Dort warnt Google davor, das Datum einer Seite zu ändern, obwohl sich der Inhalt nicht wesentlich geändert hat. Viele Inhalte nur hinzuzufügen oder zu entfernen, damit die Website „neu“ wirkt, funktioniert laut Google nicht.

Die bessere Regel: Aktualisieren, wenn sich etwas ändert. Neue Leistung, geänderte Öffnungszeiten, ein neuer Mitarbeiter, ein abgeschlossenes Projekt, ein neuer Preis. Eine Seite, auf der die Telefonnummer von vor zwei Umzügen steht, kostet Vertrauen und Anfragen.

Bei Rechtstexten kommt eine gesetzliche Pflicht dazu. Nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz müssen die Pflichtangaben im Impressum ständig verfügbar gehalten werden. Ändern sich Name, Anschrift oder E-Mail-Adresse, bei juristischen Personen wie einer GmbH auch Rechtsform oder Vertretungsberechtigte, gehört das zeitnah auf die Seite. Steht eine Telefonnummer im Impressum, sollte auch sie stimmen. Die Datenschutzerklärung sollte geprüft werden, sobald ein neuer Dienst eingebunden wird, etwa ein Buchungstool. Auch hier gilt: Orientierung, keine Rechtsberatung.

Für die Auffindbarkeit lohnt es sich, Inhalte gelegentlich gezielt nachzuschärfen: Fragen, die Kunden am Telefon immer wieder stellen, gehören beantwortet auf die Seite. Das hilft Besuchern, und Google empfiehlt ausdrücklich Inhalte, die in erster Linie für Menschen erstellt werden und nicht vorrangig für Suchmaschinen-Rankings. Diese Optimierung für Google und KI-Suchen ist ein eigener Teil der Pflege und lässt sich mit den technischen Updates verbinden.

Abo, nach Aufwand oder gar nicht: Welches Modell passt?

Es gibt drei Wege. Im Abo zahlt man monatlich für einen festen Umfang, etwa Updates, Sicherungen und eine Kontrolle. Das lohnt sich, wenn regelmäßig etwas anfällt und man nicht selbst daran denken will. Nach Aufwand wird nur abgerechnet, was tatsächlich gemacht wird. Das passt zu Seiten, die selten geändert werden und technisch schlank sind. Gar nicht zu warten ist keine echte Option: Auch bei einer Seite ohne CMS und ohne Formular ist der Aufwand klein, aber nicht null, weil Server und Abhängigkeiten weiter altern.

Wichtiger als das Modell ist, was im Vertrag steht. Für das Hosting rät das BSI, Leistungen und Sicherheitsaspekte vertraglich festzuhalten und den Hoster zu verpflichten, bei technischen Problemen zeitnah zu reagieren. Für einen Wartungsvertrag gilt dasselbe Prinzip: Umfang, Sicherungen und die Reaktion bei Problemen gehören schriftlich festgehalten. Klär außerdem, wer die Sicherungen prüft. Das BSI hält im Grundschutz-Baustein CON.3 Datensicherungskonzept (Edition 2023) fest, dass regelmäßige Sicherungen nicht automatisch heißen, dass sie sich auch zurückspielen lassen, und fordert dort, das regelmäßig zu testen. Und achte darauf, dass alle Zugänge bei dir liegen, damit ein Wechsel möglich bleibt. Warum das entscheidend ist, erklärt der Ratgeber Wem gehört meine Website und Domain?.

Am Ende gilt: Zu wissen, was Wartung umfasst, ist die eine Hälfte. Sie verlässlich umzusetzen, ohne dass Sicherungen ungeprüft bleiben oder Updates liegen bleiben, ist die andere. Genau das übernimmt die Betreuung nach dem Launch: Pflege, Updates und Sicherungen, auf Wunsch auch Auswertung und Optimierung, monatlich abgerechnet, Umfang und Preis werden vorher abgesprochen. Weil Updates und Sicherungen nicht an einen Ort gebunden sind, läuft sie aus der Ferne, für Betriebe in Kornwestheim oder Bietigheim-Bissingen genauso wie deutschlandweit. Wer sie nicht bucht, behält eine Seite, die trotzdem weiterläuft und weiter dir gehört.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich meine Website gar nicht warte?

Kurzfristig oft nichts, und genau das macht es tückisch. Wird in WordPress eine Sicherheitslücke geschlossen, sind die Informationen zum Ausnutzen laut WordPress-Handbuch fast sicher öffentlich, und veraltete Installationen werden leichter angreifbar. Das BSI nennt als mögliche Folgen eine manipulierte Seite und Kunden, die bei einem Ausfall zu Mitbewerbern wechseln. Dazu kommen veraltete Angaben, etwa eine alte Anschrift im Impressum.

Muss ich WordPress und Plugins wirklich ständig aktualisieren?

Bei WordPress ja. Offiziell unterstützt wird nur die jeweils neueste Version, Sicherheitskorrekturen für ältere Versionen gibt es laut WordPress.org nur aus Kulanz. Seit Version 3.7 spielt WordPress kleinere Wartungs- und Sicherheitsupdates des Kerns automatisch ein. Plugins sollen laut Handbuch trotzdem immer aktuell sein. Auch PHP auf dem Server altert: Die PHP Group pflegt jede Version zwei Jahre vollständig und zwei weitere Jahre nur noch bei kritischen Sicherheitslücken, danach gibt es keine Updates mehr.

Brauche ich einen Wartungsvertrag, oder geht es auch ohne?

Ein Vertrag ist keine Pflicht, aber jemand muss zuständig sein. Das BSI empfiehlt, für Technik und Inhalte Verantwortliche festzulegen und zu regeln, wie man von neuen Sicherheitslücken erfährt. Wer das selbst zuverlässig erledigt, braucht keinen Vertrag. Wer im Alltag keine Zeit dafür hat, ist mit einer festen Vereinbarung besser bedient, in der Umfang, Sicherungen und Reaktion bei Problemen klar stehen.

Wie oft sollte ich eine Sicherung machen?

Eine feste Pflicht-Frequenz schreiben weder WordPress noch das BSI vor. Die WordPress-Dokumentation zu Backups macht es davon abhängig, wie oft sich die Seite ändert. Als allgemeinen Vorschlag nennt sie wöchentlich für kleinere Seiten und täglich für sehr aktive Seiten, und immer vor einem Upgrade. Gesichert wird die ganze Installation samt Datenbank, an einem vertrauenswürdigen Ort und mit mehreren Ständen. Entscheidend ist der Test: Laut BSI-Baustein CON.3 heißt eine regelmäßige Sicherung nicht automatisch, dass sie sich zurückspielen lässt.

Kann ich die Wartung später einem anderen Anbieter übergeben?

Ja, wenn die Voraussetzungen stimmen. Domain, Hosting und Website sollten auf deinen Betrieb laufen, und du brauchst eigene Zugänge zu allen Konten. Hilfreich ist eine kurze Dokumentation, welches System, welche Erweiterungen und welche Sicherungen es gibt. Fehlt das, beginnt der neue Anbieter mit einer Bestandsaufnahme. Liegen die Zugänge nur beim bisherigen Dienstleister, hängt der Wechsel von seiner Mitwirkung ab.

Quellen (zuletzt geprüft am 8. Oktober 2026): Hardening WordPress (WordPress.org (Advanced Administration Handbook), 7. Januar 2026); IT-Grundschutz-Kompendium, Baustein APP.3.2 Webserver (Edition 2023) (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Edition 2023); Art. 32 DSGVO – Sicherheit der Verarbeitung (in: DSGVO – BDSG. Texte und Erläuterungen) (Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), März 2026).

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