App oder Website in vier Punkten
- Website
- Wird über Suchmaschinen wie Google gefunden und läuft ohne Installation. Sie ist der Weg, über den neue Kunden einen Betrieb kennenlernen.
- iOS-App
- Muss vor der Veröffentlichung durch Apples App Review. Apps, die nur eine Website verpacken (Abschnitt 4.2) oder vor allem Werbematerial sind (Abschnitt 4.2.2), gehören laut Apple nicht in den App Store.
- Web-App
- Läuft im Browser aus einer Codebasis auf vielen Geräten und lässt sich installieren. Auf iPhone und iPad kann sie seit iOS 16.4 Push-Nachrichten senden, wenn sie zum Home-Bildschirm hinzugefügt wurde und der Nutzer zustimmt.
- Laufende Posten
- Eine iOS-App braucht ein Apple-Entwicklerkonto mit Jahresgebühr (laut Apple 99 US-Dollar bzw. der Betrag in Landeswährung) und Updates mit der von Apple verlangten Xcode-Version.
Welche Aufgabe soll die App für deinen Betrieb übernehmen?
Die Frage kommt auf, wenn ein Betrieb den nächsten digitalen Schritt plant: „Sollten wir nicht eine eigene App haben?“ Die ehrliche Antwort beginnt mit einer Gegenfrage. Wer soll die App nutzen, wie oft, und wofür? Website und App lösen unterschiedliche Aufgaben. Die Website ist das Schaufenster, das Fremde finden, ohne vorher etwas zu installieren. Eine App ist ein Werkzeug für Menschen, die schon mit dir arbeiten und sie immer wieder öffnen.
Daraus ergibt sich eine Reihenfolge. Das Angebot erklären, Referenzen zeigen und Kontakt ermöglichen: Diese Aufgaben übernimmt eine mobile Website, die gefunden wird und Anfragen bringt. Eine App, die vor allem dasselbe tut, sieht Apple in seinen Richtlinien kritisch, dazu weiter unten mehr. Interessant wird eine App, wenn ein wiederkehrender Ablauf entsteht, den Kunden oder Mitarbeiter regelmäßig erledigen, zum Beispiel Termine, Aufträge oder Rückmeldungen aus dem Außendienst.
Dazwischen liegt ein dritter Weg, der oft übersehen wird: die Web-App. Sie läuft im Browser, lässt sich aber wie eine App auf den Startbildschirm legen. Welche Form im Einzelfall passt, native iOS-App oder Web-App, ist eine eigene Entscheidung, die auf der Seite zur App-Entwicklung erklärt ist. Dieser Ratgeber klärt die Frage davor: ob dein Betrieb überhaupt eine App braucht.
Wann lohnt sich eine eigene App wirklich?
Eine App lohnt sich, wenn drei Dinge zusammenkommen. Erstens regelmäßige Nutzung: Wer etwas nur selten braucht, ruft vermutlich eher eine Website auf, als eine App zu installieren. Zweitens ein Nutzen, der über Informationen hinausgeht, also etwas erledigen statt nur nachlesen. Drittens ein klarer Kreis von Nutzern, den du direkt ansprechen kannst, etwa Stammkunden, Mitglieder oder das eigene Team.
Typische Fälle bei kleinen und mittleren Betrieben sehen so aus: Monteure erfassen im Außendienst Fotos, Messwerte oder Unterschriften, auch dort, wo das Netz schwach ist. Stammkunden buchen in einem eigenen Bereich Termine, rufen Dokumente ab oder wiederholen Bestellungen. Ein internes Werkzeug ersetzt einen Papierablauf im Büro. Für den letzten Fall braucht es oft gar keinen Store, das ist eher eine individuelle Softwarelösung für den Betrieb als eine App für die Öffentlichkeit.
Wenig überzeugend sind dagegen Apps, die nur wiederholen, was die Website schon zeigt: Leistungen, Öffnungszeiten, Kontakt und Neuigkeiten. Gegen solche Apps spricht vor allem Apple selbst.
Was sagt Apple zu Apps, die nur eine Website verpacken?
Jede App durchläuft vor der Veröffentlichung im App Store Apples Prüfung, das App Review. Grundlage sind die App Review Guidelines (Stand 8. Juni 2026). Abschnitt 4.2 verlangt eine Mindestfunktionalität: Eine App soll Funktionen, Inhalte und Bedienung bieten, die sie über eine neu verpackte Website hinausheben. Ist sie nicht besonders nützlich, einzigartig oder app-typisch, gehört sie laut Apple nicht in den App Store.
Noch deutlicher wird Abschnitt 4.2.2. Abgesehen von Katalogen sollen Apps nicht in erster Linie Marketingmaterial, Werbung, Web-Ausschnitte, Inhaltssammlungen oder Link-Sammlungen sein. Eine Firmen-App, die nur Leistungsliste, Bildergalerie und Kontakt-Buttons enthält, fällt in der Regel in dieses Raster. Sie kostet Geld in der Entwicklung und riskiert trotzdem die Ablehnung.
In der Einleitung seiner Richtlinien nennt Apple selbst den Ausweg: Passt das App-Store-Modell nicht zum Vorhaben, gebe es das offene Internet und Safari. Was im Kern eine Website ist, bleibt also besser eine Website.
Kannst du nicht in einem Satz sagen, welche Aufgabe die App erfüllt, die eine Website nicht erfüllen kann, ist eine gute mobile Website meist die bessere Investition. Eine Freigabe kann übrigens niemand garantieren, die Entscheidung liegt allein bei Apple.
Wann ist eine Web-App der bessere Mittelweg?
Zwischen klassischer Website und App-Store-App liegt die Web-App, technisch oft Progressive Web App (PWA) genannt. Die Entwicklerdokumentation MDN Web Docs von Mozilla (Stand 31. August 2026) beschreibt sie so: Wie eine Website läuft sie aus einer einzigen Codebasis auf mehreren Plattformen und Geräten. Wie eine App lässt sie sich installieren, kann ohne Netz und im Hintergrund arbeiten und sich in das Gerät einbinden. Wie weit das im Alltag trägt, hängt von Gerät, Browser und Systemversion ab: Offline-Betrieb ist bei einer Web-App nur eingeschränkt möglich, Push-Nachrichten je nach Gerät mit Einschränkungen.
Vor iOS 16.4 konnten auf iPhone und iPad nur Store-Apps Push-Nachrichten senden. Seit iOS und iPadOS 16.4 können das auch Web-Apps. Das WebKit-Team von Apple hat die Funktion im Februar 2023 mit der ersten Testversion von 16.4 vorgestellt. Voraussetzung ist, dass die Web-App zum Home-Bildschirm hinzugefügt wurde und der Nutzer nach einer eigenen Aktion zustimmt, etwa nach einem Tippen auf „Abonnieren“. Eine Mitgliedschaft im Apple Developer Program braucht es dafür nicht.
Die Web-App passt deshalb oft, wenn ein wiederkehrender Ablauf digital werden soll, ein Store-Eintrag aber nicht nötig ist: ein Kundenbereich, eine Buchungsstrecke, ein Formular für das eigene Team. Sie läuft auch auf Android-Geräten und am Laptop, was bei gemischten Geräten im Betrieb zählt, zumal ich native Apps nur für iPhone und iPad baue. Ihre Grenze liegt dort, wo ein Betrieb gezielt im App Store auftreten will oder Funktionen braucht, die eine native App verlässlicher bietet.
Wie finden Kunden eine App, und wie eine Website?
Für die Entscheidung zählt auch, wo dich neue Kunden suchen. Eine Website wird über Suchmaschinen gefunden. Google beschreibt in seiner Dokumentation zur Funktionsweise der Suche (Stand 18. Dezember 2025), dass automatische Crawler das Web regelmäßig durchsuchen und gefundene Seiten in den Index aufnehmen. Wer nach einer Leistung in seiner Stadt sucht, landet auf Websites und Unternehmensprofilen, ohne vorher etwas installieren zu müssen, wie der Ratgeber Wie Handwerker bei Google gefunden werden zeigt.
Eine App finden Nutzer unter anderem über die Suche im App Store. Apple nennt in seiner Entwicklerdokumentation zur App-Store-Suche mehrere Faktoren, darunter die Textrelevanz (App-Name, Untertitel, Keywords, Hauptkategorie) und das Nutzerverhalten (Downloads, Bewertungen und Rezensionen). Die neue App eines kleinen Betriebs startet ohne Downloads und Bewertungen, also ohne Signale aus dem Nutzerverhalten. Sie eignet sich deshalb vor allem für Menschen, die den Betrieb schon kennen.
Daraus folgt eine einfache Arbeitsteilung: Die Website holt neue Kunden, die App bindet bestehende. Eine App ersetzt keine Website, sie baut auf ihr auf.
Was kostet eine App laufend, im Vergleich zur Website?
Neben der Entwicklung zählen vor allem die laufenden Posten, weil sie jedes Jahr wiederkommen. Bei einer Website sind das Domain, Hosting und Pflege. Was zur Wartung gehört und wann sie nötig ist, erklärt der Ratgeber Website-Wartung: Ist sie nötig und was kostet sie? Wer zusätzlich eine iOS-App im App Store anbietet, hat zwei weitere Posten.
Der erste ist das Apple-Entwicklerkonto. Für die Veröffentlichung im App Store braucht der Betrieb eine Mitgliedschaft im Apple Developer Program. Die Jahresgebühr beträgt laut Apple 99 US-Dollar beziehungsweise den umgerechneten Betrag in Landeswährung, der genaue Betrag wird bei der Registrierung angezeigt. Einzelunternehmen registrieren sich laut Apple als Einzelperson, als Verkäufer steht im App Store dann der rechtsgültige Name des Inhabers. GmbH und andere juristische Personen registrieren sich als Organisation, dafür fragt Apple die D-U-N-S-Nummer ab. In beiden Fällen sollte das Konto dem Betrieb gehören und nicht dem Entwickler, aus demselben Grund wie bei der Domain: Wem Website und Domain gehören, entscheidet die Eintragung, nicht die Rechnung.
Der zweite Posten ist die technische Pflege. Apple legt eine Mindestversion der Entwicklerwerkzeuge fest. Laut Apples Übersicht der kommenden Anforderungen müssen Uploads zu App Store Connect seit dem 28. April 2026 mit Xcode 26 oder neuer und dem SDK für iOS 26 erstellt sein. Auch eine kleine Korrektur an einer älteren App heißt deshalb, sie mit der von Apple verlangten Werkzeugversion neu zu bauen und zu testen.
Eine Website hängt an keinem Store. Für eine Website nenne ich vor dem Start einen Festpreis im Band von 2.900 bis 9.400 Euro. Für Apps gibt es kein Preisband, weil der Umfang zu unterschiedlich ist, der Festpreis steht nach dem Scoping. Betreuung ist bei beidem optional und läuft monatlich, Umfang und Preis nach Absprache.
Wie triffst du die Entscheidung für deinen Betrieb?
Die folgende Übersicht zeigt, wo die drei Wege sich unterscheiden.
| Kriterium | Website | Web-App | iOS-App |
|---|---|---|---|
| Wer es findet | neue Kunden über Google | Nutzer über einen Link oder die Website | Nutzer unter anderem über die App-Store-Suche |
| Was der Nutzer tun muss | nichts installieren | optional auf den Home-Bildschirm legen | aus dem App Store laden |
| Prüfung vor dem Start | keine | keine | App Review durch Apple |
| Laufende Posten | Domain, Hosting, Pflege | wie bei der Website | dazu Entwicklerkonto mit Jahresgebühr und Updates mit der von Apple verlangten Xcode-Version |
| Sinnvoll, wenn | neue Kunden dich finden sollen | ein wiederkehrender Ablauf ohne Store digital werden soll | regelmäßige Nutzung und ein Nutzen über die Website hinaus |
Drei Fragen helfen bei der Einordnung. Wer nutzt es, Neukunden oder Menschen, die schon mit dir arbeiten? Wie oft wird es genutzt, einmal oder jede Woche? Und was soll es können, informieren oder etwas erledigen? Lauten die Antworten „Neukunden, selten, informieren“, ist die Website die richtige Wahl. Lauten sie „Stammkunden oder Team, regelmäßig, erledigen“, kommt eine Web-App oder eine iOS-App in Frage.
Diese Fragen gehe ich mit dir im ersten Gespräch durch, vor Ort oder remote. Für Betriebe in Sindelfingen gilt das genauso wie für die anderen Orte im Großraum Stuttgart, in denen ich arbeite.
Zu wissen, ob eine App sinnvoll ist, ist die eine Hälfte. Sie so zu planen und zu bauen, dass sie nach Apples Richtlinien funktioniert, auf deinen Betrieb läuft und gepflegt werden kann, ist die andere. Genau das übernehme ich in der App-Entwicklung für iOS und das Web: erst die ehrliche Prüfung, ob es eine App braucht, dann ein Festpreis nach dem Scoping. Und wenn die Antwort lautet, dass deine Website reicht, bekommst du auch diese Antwort.
Häufige Fragen
Kann ich meine bestehende Website einfach als App in den App Store bringen?
Nicht ohne eigenen App-Nutzen. Apple verlangt in Abschnitt 4.2 der App Review Guidelines, dass eine App Funktionen, Inhalte und Bedienung bietet, die über eine neu verpackte Website hinausgehen. Nach Abschnitt 4.2.2 sollen Apps, abgesehen von Katalogen, nicht in erster Linie Marketingmaterial, Werbung, Web-Ausschnitte oder Link-Sammlungen sein. Wer seine Website auf dem Startbildschirm haben möchte, kann sie als Web-App anbieten, ganz ohne Store-Eintrag.
Funktionieren Push-Nachrichten auch ohne App aus dem App Store?
Ja, über eine Web-App. Seit iOS und iPadOS 16.4 können Web-Apps auf iPhone und iPad Mitteilungen senden. Voraussetzung ist, dass die Web-App zum Home-Bildschirm hinzugefügt wurde und der Nutzer nach einer eigenen Aktion zustimmt, etwa nach einem Tippen auf einen Abonnieren-Button. Eine Mitgliedschaft im Apple Developer Program ist dafür nicht nötig.
Was kostet eine App im Jahr, auch ohne Weiterentwicklung?
Bei einer iOS-App fällt jedes Jahr die Gebühr für das Apple Developer Program an, laut Apple 99 US-Dollar beziehungsweise der umgerechnete Betrag in Landeswährung. Dazu kommt technische Pflege: Neue Versionen müssen mit der von Apple jeweils verlangten Mindestversion von Xcode und SDK gebaut werden, auch für kleine Korrekturen. Eine Betreuung ist optional und läuft monatlich, Umfang und Preis nach Absprache. Eine Web-App braucht kein Entwicklerkonto.
Kann ich mit einer Web-App starten und später eine iOS-App nachziehen?
Ja. Mit einer Web-App lässt sich ein Ablauf zuerst im Alltag erproben, ohne Prüfung durch Apple und ohne Entwicklerkonto. Zeigt sich, dass er regelmäßig genutzt wird und Funktionen braucht, die eine native App verlässlicher bietet, kann eine iOS-App folgen. Für sie gelten dann App Review, Jahresgebühr und Apples Vorgaben für die Entwicklerwerkzeuge. Was aus der Web-App weiterverwendet werden kann, kläre ich mit dir im Scoping.
Unter welchem Namen erscheint mein Betrieb als Anbieter im App Store?
Das hängt davon ab, wie das Apple-Entwicklerkonto registriert ist. Einzelunternehmen registrieren sich laut Apple als Einzelperson, als Verkäufer steht dann der rechtsgültige Name des Inhabers. Den Namen einer Firma führt Apple als Verkäufer, wenn eine juristische Person wie eine GmbH als Organisation registriert ist. Dafür fragt Apple die D-U-N-S-Nummer ab. Handelsnamen, fiktive Unternehmen oder Zweigstellen akzeptiert Apple laut seiner Hilfe zur Registrierung (Stand Oktober 2026) nicht. Welche Angaben der Store sonst zeigt, lohnt sich vor der Registrierung bei Apple nachzulesen.
Quellen (zuletzt geprüft am 8. Oktober 2026): App Review Guidelines (Apple Inc., 8. Juni 2026); Registrierung – Mitgliedschaft (Apple Developer Hilfe) (Apple Inc., abgerufen Oktober 2026); Web Push for Web Apps on iOS and iPadOS (WebKit (Apple), Brady Eidson und Jen Simmons, 16. Februar 2023).
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